1. Warum sind Satzglieder und Wortarten unterschiedlich?
- Satzglieder zeigen, welche Aufgabe ein Wort oder eine Wortgruppe im Satz hat. Ein Satzglied kann z. B. ein Subjekt (Wer/Was?), ein Prädikat (Was tut jemand?), ein Objekt (Wen/Was?), eine adverbiale Bestimmung (Wann? Wie? Warum? Wo?) usw. sein.
- Wortarten hingegen beschreiben, welche Art Wort wir vor uns haben, z. B. Nomen (Hauptwort), Verb (Tätigkeitswort), Adjektiv (Wiewort), Artikel (Begleiter), Pronomen (Fürwort) und so weiter.
Obwohl beide Bereiche eng miteinander verbunden sind, helfen sie uns bei verschiedenen Fragestellungen:
- Satzglieder: „Wer tut was? Wem? Wann? Wie?“
- Wortarten: „Ist es ein Verb, ein Nomen, ein Adjektiv…?“
2. Satzglieder in Beispielsätzen (5 Sätze)
Unten findest du fünf Sätze. Danach ist erklärt, welches Satzglied (Subjekt, Prädikat, Objekt usw.) wie unterstrichen wird.
Satz 1
Lisa unterstreichen wir als Subjekt, kocht als Prädikat, heute als adverbiale Bestimmung (der Zeit) und Spaghetti als Akkusativobjekt.
_____1 Lisa _____ kocht _____ heute _____ Spaghetti.- Lisa = Subjekt (Wer?)
- kocht = Prädikat (Was tut sie?)
- heute = adverbiale Bestimmung der Zeit (Wann?)
- Spaghetti = Akkusativobjekt (Wen oder was kocht sie?)
Satz 2
_____2 Der Hund _____ jagt _____ den Ball _____ schnell.- Der Hund = Subjekt
- jagt = Prädikat
- den Ball = Akkusativobjekt
- schnell = adverbiale Bestimmung der Art und Weise
Satz 3
_____3 Gestern _____ besuchte _____ Max _____ seine Großmutter.- Gestern = adverbiale Bestimmung der Zeit (Wann?)
- besuchte = Prädikat (Was tat er?)
- Max = Subjekt (Wer?)
- seine Großmutter = Akkusativobjekt (Wen?)
Satz 4
_____4 Meine Schwester _____ singt _____ laut _____ ein Lied.- Meine Schwester = Subjekt
- singt = Prädikat
- laut = adverbiale Bestimmung der Art und Weise (Wie singt sie?)
- ein Lied = Akkusativobjekt (Wen oder was singt sie?)
Satz 5
_____5 Wir _____ bringen _____ dem Lehrer _____ einen Brief.- Wir = Subjekt
- bringen = Prädikat
- dem Lehrer = Dativobjekt (Wem?)
- einen Brief = Akkusativobjekt (Wen oder was bringen wir?)
3. Wortarten in Beispielsätzen (5 Sätze)
Nun betrachten wir dieselben oder ähnliche Sätze aus der Perspektive der Wortarten. Wir kennzeichnen:
- Nomen (Hauptwörter)
- Verb (Tätigkeitswort)
- Adjektiv (Wiewort)
- Artikel (Begleiter)
- Pronomen (Fürwort)
- Adverb (Umstandswort)
- (ggf. weitere Wortarten wie Präposition usw.)
Satz 6
Das (Artikel) kleine (Adjektiv) Mädchen (Nomen) liest (Verb) eifrig (Adverb).
- „Das“: Artikel (Begleiter)
- „kleine“: Adjektiv (Wiewort)
- „Mädchen“: Nomen (Hauptwort)
- „liest“: Verb (Tätigkeitswort)
- „eifrig“: Adverb (beschreibt das Verb „liest“ näher)
Satz 7
Sie (Pronomen) trägt (Verb) ihren (Possessivpronomen) Rucksack (Nomen) stolz (Adverb).
- „Sie“: Pronomen (Fürwort; ersetzt z. B. den Namen)
- „trägt“: Verb
- „ihren“: Possessivpronomen (drückt Besitz aus: „ihr Rucksack“)
- „Rucksack“: Nomen
- „stolz“: Adverb (beschreibt, wie sie den Rucksack trägt)
Satz 8
Der (Artikel) große (Adjektiv) Hund (Nomen) schläft (Verb) friedlich (Adverb).
Satz 9
Meine (Possessivpronomen) Tante (Nomen) singt (Verb) laut (Adverb) ein (Artikel) fröhliches (Adjektiv) Lied (Nomen).
Satz 10
Ich (Pronomen) gehe (Verb) heute (Adverb) in (Präposition) die (Artikel) Schule (Nomen).
4. Übersicht in einer Tabelle
In der folgenden Tabelle findest du eine Gegenüberstellung wichtiger deutscher Begriffe und ihrer lateinischen Ursprünge. So wird klar, woher einige unserer Grammatik-Bezeichnungen kommen:
Deutscher Begriff | Lateinischer Ursprung | Bedeutung / Übersetzung |
---|
Nomen (Substantiv) | nomen | „Name“ |
Verb | verbum | „Wort“ |
Adjektiv | adiectivum | „hinzugefügt(es Wort)“ |
Artikel | articulus | „Glied“ |
Pronomen | pronomen | „Fürwort“ |
Subjekt (Satzglied) | subjectum (selten gebraucht) | „das Unterworfene/Untergelegte“ (sinngemäß) |
Prädikat (Satzglied) | praedicatum | „das Ausgesagte“ |
Objekt (Satzglied) | objectum | „das Entgegengeworfene / Gegenstand“ |
(Achtung: Die exakte lat. Übersetzung zu Satzgliedern ist teils sinnbildlich zu verstehen.)
5. Tipps zur Erklärung für Kinder
- Fragewörter verwenden:
- „Wer tut etwas?“ (Subjekt)
- „Was tut er/sie?“ (Prädikat)
- „Wen oder was?“ (Objekt im Akkusativ)
- „Wie, wann, wo?“ (Adverbiale Bestimmungen)
- Farben und Symbole
- Markiert Satzglieder und Wortarten in unterschiedlichen Farben. So erkennen Kinder schneller, dass man hier zwei verschiedene Kategorien (Satzstruktur vs. Worttyp) betrachtet.
- Praktische Beispiele
- Nutze alltägliche Sätze, z. B. „Ich spiele Fußball“, damit Kinder sich besser in die Situation hineinversetzen können.
- Spielerisch üben
- Lasst das Kind eigene Sätze bilden und anschließend Satzglieder oder Wortarten anmalen oder unterstreichen.
Ich hoffe, dass ich euch hiermit ein wenig unterstützen konnte. Als wir Kinder waren, standen wir selbst oft vor einem riesigen Berg an Informationen. Kannst du dich noch an dieses Gefühl erinnern? Ich schon!Stellen wir uns nun das Innenleben der Kinder vor. Genau, auch sie sind häufig überfordert mit dem komplexen Thema „Grammatik“. Doch das muss nicht sein. Zeige deinem Kind mit positivem Feedback, dass es dieses Thema erlernen kann, indem du mit Eselsbrücken arbeitest. Den Dativ nennen wir zum Beispiel „Dance“, den Akkusativ machen wir zu „Apfel“ usw. Eselsbrücken bieten eine tolle Möglichkeit, weniger beliebte Themen leichter zu lernen.Ich verstehe, dass dein Leben sehr voll sein kann. Dennoch hilft positives Feedback, damit dein Kind nicht auf der Strecke bleibt. Druck und Vergleiche dienen nicht dem Lernen. Lernen darf Spaß machen – Kinder lieben es, neue und aufregende Themen zu entdecken. Als Eltern ist es unsere Herausforderung, unsere kreative Seite wiederzufinden und sie an unsere Kinder weiterzugeben. Wenn du noch Fragen hast, schreib mir gern in den Kommentaren.
Alles Gute, Katja D